(Oder mach das Fenster schmaler)
Koran-Verse
„Verliert nicht die Hoffnung und seid nicht traurig; ihr werdet die Oberhand haben, wenn ihr gläubig seid.“ (3, 139)
„Gewiss, es gibt mit der Erschwernis eine Erleichterung.“ (94, 6)
„Gott prüft Gläubige mit Angst, Hunger und Verlust, Geduldige erhalten Segen sowie Barmherzigkeit.“ (2, 155)
Maryam ist religiöser geworden seit Younes weg ist. Sie ist überzeugt: Nichts und niemand irdisches kann sie und ihre Familie noch beschützen. Ohne Younes hat sie beinahe täglich Alpträume: Was wenn die Siedler wiederkommen? Was, wenn sie wirklich Amaya berühren? Sīdi ist zu schwach und Sitti's Seele würde alleine beim Gedanken daran ihren Körper verlassen.
Und dann wäre da noch ihr Bruder, Hamza. Alleine in Gaza. Querschnittsgelähmt. Schwerstdepressiv. Das einzige was ihn am Leben hält, ist der Glaube. Das Leben als Prüfung und das Paradies als Belohnung für seine Geduld.
Maryam rezitiert täglich den Koran. Weite Teile kann sie mittlerweile auswendig. Einige Verse geben ihr Hoffnung. Auch Amaya glaubt mittlerweile an Allah. Anders als Saleem, der nicht versteht wieso ein so barmherziger Gott ihm so ein böses Leben gegeben hat. Amaya weiß, es ist nicht Gott, der ihr Leid zuführt. Es sind die Menschen. Ihre Mama hat ihr erzählt, dass die Mädchen in Gaza mit bedeckender Gebetskleidung schlafen - falls sie nachts angegriffen werden. Aber auch für den Falle, sie sollten am nächsten Morgen nicht aufwachen, begraben unter Schutt. Wer auch immer sie bergen wird, soll sie nur im bedeckten Zustand auffinden. Im Namen Allahs sterben, sein Gebot in den letzten Sekunden des Lebens befolgen. Maryam könnte sich keinen würdevolleren Tod vorstellen.
Zuflucht im Glauben
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Quellen
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