Hei-Jo Berlin!

Die Hauptstadt Deutschlands ist eine Stadt der Kontraste, des Wandels und der Freiheit. Sie hat immer ihren eigenen Rhythmus gelebt, und sogar der Karneval in Berlin hat eine besondere Form des Feierns angenommen. Obwohl die Stadt nicht mit einer tief verwurzelten Karnevalskultur wie beispielsweise Köln oder Mainz aufwarten kann, gibt es dennoch einiges zu sehen.

Ein richtiger Karneval begann in Berlin erst im 21. Jahrhundert. Du fragst dich, was vorher war? Man kann sagen, dass es sich historisch so entwickelt hat. Im 15. Jahrhundert begannen adelige Familien, Feste zu organisieren, dann wurde dies im 17. Jahrhundert von den Stadtbehörden verboten, im 18. Jahrhundert lebte die Lust am Feiern jedoch in Form von Maskenbällen im Opernhaus wieder auf. Anfang des 19. Jahrhunderts veränderte sich das Fest dank der Einwanderer aus Preußen.

Im 20. Jahrhundert brach alles aufgrund der Berliner Mauer zusammen, und der Karneval nahm nun wieder neue Formen an. Es gab nur zwei davon: Ein Teil Berlins feierte weiterhin luxuriös und glanzvoll, während der andere Teil bescheidene Kostüme und Volkslieder bevorzugte.

Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1990 schlossen sich beide Berliner Karnevalsvereine zum „Landesverband Berliner Karneval e.V.“ zusammen. Überraschenderweise verlief die Fusion reibungslos und die Parteien fanden eine gemeinsame Sprache. Erst im Jahr 2001 entstanden die uns bekannten Kostümumzüge. Unter den rund 1000 Karnevalsteilnehmern findet man sowohl traditionelle Figuren (Narren, Gardisten) als auch moderne Variationen – von Superhelden bis hin zu satirischen Darstellungen von Politikern. Das Spektakel selbst zieht bis zu 750.000 Zuschauer an.

Interessante Fakten zum Schluss:

    🎪Die ersten Erwähnungen von Festlichkeiten finden sich im Zusammenhang mit dem „Fastelawende“, einem Fest, das bereits im 15. Jahrhundert von großen Familien und Ratsmitgliedern in der Stadt veranstaltet wurde.

    🎪 Im 18. Jahrhundert tauchten dann die sogenannten „Redouten“ auf – Maskenbälle im Opernhaus, zu denen bis zu 2000 Menschen kamen. Sie zeichneten sich durch ihren Umfang aus – von einer riesigen Auswahl an Speisen bis hin zu Unterhaltung und Tanz. Selbst Könige blieben nicht außen vor: Friedrich I. und Friedrich der Große veranstalteten höfische Maskenbälle, wenn auch ohne Straßenumzüge.

    🎪 Interessanterweise wird gerade in Berlin der „Pfannkuchen” (ein Donut, ähnlich wie der Berliner) traditionell mit dem Karneval in Verbindung gebracht. Aber Vorsicht: Einer davon wird garantiert mit Senf gefüllt sein – ein traditioneller Karnevalsstreich.


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