Und wir setzen unsere fröhliche Reise in die alte Stadt Rottweil fort. Hier ist Fasnacht nicht nur ein Fest, sondern Teil der Seele der Stadt.
Hier beginnt alles bereits im Januar, am Dreikönigstag. In den Häusern werden die Masken und Kostüme, die seit Jahrzehnten in den Familien aufbewahrt werden, vom Staub befreit. Das sind nicht nur Kostüme, sondern ein Erbe. Jede „Larve”, jeder „Gschell” oder jedes „Fransenkleid” ist fast wie ein Familienerbstück. Hier schätzt man alte Rituale mit einzigartigen Bildern.
Bereits im 15. Jahrhundert wurden Narrentanz und Narrenspiel in Dokumenten erwähnt. Heute leben sie in einem besonderen Brauch weiter – dem Narrensprung, der zum Markenzeichen der Stadt geworden ist.
Wenn der Fasnetsonntag kommt, beginnt der Hauptspaß. Vor dem alten Rathaus findet eine feierliche Proklamation statt, und die Narren übernehmen offiziell die Macht. Aber damit ist es noch nicht vorbei, denn der Spaß geht auch am Faschingsmontag und Faschingsdienstag weiter, wenn sich die Straßen in einen lebhaften Karneval verwandeln. Tausende von Masken, klingende Glöckchen an den Kostümen, die Rufe der Menge, der Duft frisch gebackener Waffeln – eine Atmosphäre, die man nicht beschreiben kann, die man erleben muss.
Die Hauptakteure des Festes sind die Mitglieder der Narrenzunft, einer Bruderschaft von Narren, die 1903 wiederbelebt wurde und seitdem trotz jahrhundertelanger Veränderungen und Verbotsversuche ihre Traditionen bewahrt. Diese Narren amüsieren sich nicht nur, sie sprechen im Rhythmus der alten „Aufsagen“ – poetische Reden, die verspotten, loben und anprangern. Es ist echtes Volkstheater, nur ohne Bühne.
🎪 Die erste schriftliche Quelle über Fasnacht in Rottweil stammt aus dem 15. Jahrhundert.
🎪 Der „Narrensprung” zieht mehr als 4.000 Teilnehmer und Tausende von Zuschauern an.
🎪 Im 19. Jahrhundert wurde der alte Fasnet fast vom „Prinz Karneval” verdrängt, aber die Traditionen haben sich durchgesetzt.
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