Kinder
sehen Krieg

Dies ist die Geschichte des 11-jährigen Schülers Ernst Hopp, der zur Zeit des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1915–1916 lebte. Als der Junge erfuhr, dass sein geschätzter Lehrer als Feldgeistlicher und Sanitäter an die Front eingezogen werden sollte, riss er Blätter aus seinem Heft und begann, seine Gefühle mit erstaunlicher Expressivität und Detailtreue auf Papier auszudrücken. Am Vorabend der Abreise heftete er die erste Tranche der Zeichnungen heimlich an die Zimmertür des jungen Pfarrers Egon Langheinrich. Die zweite Bilderfolge sandte er seinem Lehrer später in ein Lazarett.

Kinderzeichnung

Sammlung

Hier finden Sie die Zeichnungen von Ernst Hopp. Die im Institut für Personengeschichte in Bensheim verwahrte Sammlung von Kinderzeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs wurde offiziell in das internationale UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen.

Der Lehrer Egon Langheinrich bewahrte diese Zeichnungen ein Leben lang sorgsam auf. Der junge Künstler selbst, dessen Arbeiten ein Jahrhundert später zum Weltdokumentenerbe erklärt wurden, hatte jedoch ein nur sehr kurzes Leben.

Im Sommer 1922, im Alter von noch nicht 18 Jahren, kam Ernst Hopp bei einem tragischen Unfall ums Leben.

Heute dienen diese Zeichnungen als ein universelles, demokratisches Erbe Europas, das zukünftigen Generationen einen einzigartigen Einblick in das Kriegsgeschehen aus der Perspektive eines Kindes bietet.

Mehr über die faszinierende Entstehungsgeschichte dieser Zeichnungen des Jungen erzählen die Institutsleitung, Prof. Dr. Volkhard Huth und Dr. Alexandra Schäfer-Griebel vom Institut für Personengeschichte in Bensheim, in einem ausführlichen Interview.

„Und der(Egon Langheinrich) offensichtlich für ihn eben eine starke Vertrauensperson auch gewesen ist, gerade eben, weil er dann die ganze Zeit im Internat vor Ort von der Familie getrennt war.“

Dr. Alexandra Schäfer-Griebel

Die psychologische Perspektive hilft uns, das Unaussprechliche zu analysieren. Ergänzend zu den historischen Hintergründen hat Oksana Byrka, eine Kinder- und Familienpsychologin sowie zertifizierte Kunsttherapeutin aus der Ukraine, die Zeichnungen des Jungen tiefgehend analysiert.

Als Expertin erklärt sie fundiert, wie Kriegserlebnisse die neuronale und emotionale Entwicklung von Kindern prägen. Dabei zeigt sie auf, welche Mechanismen Kindern helfen, das Erlebte zu kanalisieren, zu verarbeiten und zu überstehen.

„Wenn ich den Verlauf des Krieges nicht beeinflussen kann, so kann ich es doch in meiner Zeichnung tun.“

Oksana Byrka

Kindheit im Krieg: Damals und Heute

Ein analytischer Vergleich der Kindheitstraumata zwischen historischen Konflikten und dem aktuellen Krieg in der Ukraine.

Traumata in der Vergangenheit und heute

Ein Blick auf die Zeichnungen von damals und heute verdeutlicht, wie ähnlich junge Seelen auf den Schrecken des Krieges reagieren. Während die psychologische Hilfe damals kaum entwickelt war und Traumata oft unbewusst über Generationen weitergegeben wurden.

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Kindheit heute in der Ukraine

Heute erleben ukrainische Kinder den Krieg in einer hypervernetzten Welt. Neben physischer Zerstörung und Sirenen kommt der psychologische Druck durch ständige mediale Präsenz hinzu. Gleichzeitig gibt es moderne Ansätze der Akuthilfe und Traumatherapie, um die Resilienz der Kinder direkt zu unterstützen.

Video Ukraine Heute
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